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über mich und mein erstes Wohnmobil

Automobile Freiheit

Nachdem ich meine automobile Freiheit in Form eines grauen Lappens erreicht hatte, aquirierte ich zügig den Geländewagen meiner Eltern und begann die weitere Umgebung zu entdecken.

Anfangs diente ein Zelt als mobiles Heim, danach ergatterte ich einen alten Wohnwagen, den ich zuerst Mal restaurieren musste.

Mobiles Wohnen im Wohnwagen

In den Staufächern zeigten sich nach kurzer Qualitätskontrolle mit dem Schraubenzieher riesige Löcher im Boden. Die Fäulnis hatte den unteren Bereich der Wände und die Bodenplatte rundherum zersetzt.
Daraufhin folgten meine ersten Erfahrungen im mobilen Hausbau. Die Seitenwände wurden zerlegt und neue Hölzer eingebaut, sowie der Boden großzügig freigesägt und aufgedoppelt.

  • Toyo mit Wohnwagen

Ein Wohnwagen ist gut für einen weitgehend stationären Urlaub auf dem Campingplatz geeignet. Aber irgendwo in meinen Genen muss eine kräftige Portion Zigeuner dabei sein und mein Hobby, das Geländefahren, war ebenso in Konflikt mit der Haltbarkeit eines Wohnwagens.

Also war eine andere Lösung gefragt. Bequem und einfach aufbauen und Schlafen ohne die Geländegängigkeit zu behindern.

Ein Dachzelt! 🙂

Aber auf dem offenen LandCruiser?

Um meinen Blick in die Welt nicht zu beeinträchtigen wanderte es ganz einfach hinter die Sitze, wobei sich darunter einiger Stauraum ergab.

Toyota LandCruiser mit Heckzelt

Da es nichts passendes gab und der schmale Geldbeutel Grenzen setzte, baute ich das Zelt einfach selbst. Wasserfest verleimte Multiplex Platten und eine braune Zelthaut kombiniert mit einer Matratze ergaben ganz guten Schlafkomfort. Die Themen Kondens und Hinterlüftung hatte ich großzügig vernachlässigt. Irgendwie muss man seine Erfahrungen ja sammeln. 😉

  • Erstes Wohnmobil mit Pickup-Dachzelt
    Toyota LandCruiser in den Südalpen

Für größere Reisen und schlechtes Wetter war die Kiste nicht sooo perfekt. Spätestens als meine Freundin von ihrem schneebedeckten Kopfkissen herübergrantelte war klar dass die Entwicklung weitergehen musste.

Toyota LandCruiser Pickup

Die nächste Idee war ein Toyota LandCruiser Pickup mit großem Tank und einer Wohnkabine darauf. Das Problem war wie meist – es gab ihn nicht so wie ich ihn haben wollte. Die J4 Modelle waren damals meist sehr gebraucht bis verbraucht und einen mit Servolenkung, Scheibenbremsen und Fünfganggetriebe zu finden war unmöglich. Außerdem war das serienmäßige Fahrerhaus für Japaner gebaut und nicht für ausgewachsene Europäer.

Also kam die Idee einen BJ75 zu nehmen und umzubauen. Mein Freund Winfried, der mit gebrauchten Landcruisern und Teilen handelte, fand einen solchen mit 40.000 km auf der Uhr in bestem Zustand. Bis auf die Karosserie.

Ich investierte zwei Jahre lang meine Freizeit und flexte, nahm Maß, schraubte und schweißte. Ein bisschen Zink und Lack dazu, sowie ein paar neue Teile und das Ergebnis war ein robuster Geländewagen mit 330 Liter Tankinhalt und damit eine gute Basis für mein erstes richtiges Wohnmobil.

  • Toyota BJ75 mit leichten Verformungen

Wegen meinem Off-Road Hobby sollte das Wohnmobil natürlich wieder recht kompakt und geländegängig sein. Ich stellte mir die Frage was man so alles unnötig mit sich herumschleppt und die Antwort war Luft.

Ein Wohnkoffer besteht zu 90% aus Luft, die man durch die Gegend fährt, obwohl sie doch an den Reisezielen unbegrenzt verfügbar ist. Ergo könnten wir sie doch einfach daheim lassen.

Die Hubdach-Wohnkabine

Mit einem absenkbaren Dach sollte sich doch die überflüssige Luft entfernen lassen. Ich besuchte die CMT, eine der größten deutschen Camping Messen in Stuttgart und schaute mir die vielen Falt-, Klappwohnwagen und einige Wohnmobile an.

Der Innenausbau wurde eine Kombination aus festen Schränken und Staufächern mit Industrieboxen aus Kunststoff. Die Boxen wurden nach Bedarf als Rückenlehne, Bett-Unterbau oder um die Frühstücksutensilien draußen zu benutzen benutzt. Der Kühlschrank war im Eingang und somit von innen und außen zugänglich und als Wassertank gab es einen 25 Liter Kanister.

Die Batterie war im Stauraum links vorne, geladen von der Lichtmaschine währen der Fahrt und im Stand von zwei Solarpanels auf dem Dach.

Das Dach der Wohnkabine ließ sich mit einer einfachen Kurbel-Seilwinde heben und senken. Die Seile gingen von der Winde in alle vier Ecken und wurden von den Umlenkrollen über die Innenwand zur Außenwand gelenkt.

Es war eine einfache Konstruktion, die Jahre lang gut funktionierte.

Fazit 4×4 Pickup mit Kofferaufbau

Für Reisen mit wenig Mitfahrern und Gepäck ist ein Pickup mit Wohnkabine ein geniales und praktisches Auto. Allerdings muss man auf das Gewicht achten, besonders bei hohen Alkovenkoffern, die eine beträchtliche Hebelwirkung auf den Zwischenrahmen und den Fahrzeugrahmen ausüben. Ein Pickup hat meist eine lange Motorhaube, die für Wohnzwecke nichts bringt. Dadurch ist auch das Fahrzeug meist sehr hecklastig.

Besser ist da ein Frontlenker wie Sprinter, Ducato, Iveco Daily 4×4, Bremach, Ford Transit oder ähnliche geeignet.

Das Konzept mit der Hubdach-Wohnkabine hat sich bewährt, weil der Schwerpunkt und der Luftwiderstand niedriger sind. Vielleicht baue ich mir irgendwann wieder eine.

Bilder vom Toyo mit Pickup-Kabine

  • Marokko Pickup Wohnmobil Hubdach-koffer-Selbstausbau
    Erg Chebbi Marokko

zum Wohnmobil Nr. 2 SCAM mit teilintegriertem Wohnaufbau

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