fbpx

Wohnmobil Nr. 4 Magirus-Deutz Weltreise-Mobil mit Allrad Antrieb

Wohnmobil Nr. 4 Expeditionsmobil für die Weltreise zu zweit

Lange habe ich überlegt und recherchiert, welcher LKW als Basis für unser Expeditionsmobil für unsere Weltreise in Frage kommt. Aber davor stehen die Anforderungen was es können muss. Da ich schon ein paar Expeditionsmobile gebaut habe, kann ich da einige Erfahrungen einfließen lassen.

  • Allrad Antrieb weil die besten Plätze nicht neben der Straße liegen. 🙂
  • Wir wollen zuerst mehrere Urlaube und Winter in Europa verbringen. Daher ist eine Begrenzung auf 7,5 Tonnen praktisch. Darüber sind viele Straßen gesperrt, vorzugsweise zu landschaftlichen Highlights.
  • Wohnmobile über 7,5 Tonnen dürfen nicht im Wohngebiet parken!
  • Große Reserve an Zuladung für die Weltreise. Mit 9 Tonnen technischem Gesamtgewicht sind das 1.500 Kg, die wir Reserve haben für Länder, in denen kein Hahn nach dem Gewicht kräht 😉
  • Das schont auch das Budget, denn die Maut wächst mit dem Gewicht. So kommt man in manchen Ländern mit einem WoMo unter 7,5 Tonnen in die PKW Klasse.
  • Nebenbei sparen wir uns so den LKW Führerschein.
  • Weltweit einsatzfähig, also eine gegenüber schlechtem Treibstoff unempfindliche Maschine, die überall auf der Welt einfach repariert werden kann.
  • Darauf soll ein knapp fünf Meter langer Wohn-Aufbau, der unser zukünftiges Zuhause sein wird.

Das schränkt die Auswahl schon ein. Viele der übliche Allrad-LKW sind im Leer-Zustand bereits zu schwer. 4,5 bis 5 Tonnen plus eine Wohnkabine, die leer schon eine weitere Tonne daraufsetzt und dann noch Gepäck und Spielzeug wie Kanu (faltbar oder fest) und weitere Kleinigkeiten.

Als „Beiboot“ soll unser Quad mit, damit wir auch mal in eine Stadt oder bei einem Schaden im Nirgendwo damit Hilfe holen können.

Die Erfahrung mit zuviel Gewicht hatte ich ja schon beim SCAM, daher ist bei der Planung das Gewicht im Vordergrund.

Diesmal wollte ich den Bau des Koffers und das Basisfahrzeug nicht selbst zusammenbauen. Ich klebe nicht gerne GFK und ein erfahrener Koffer-Bauer kann besser, schneller und trotzdem günstig bauen. Für so ein Projekt bräuchte ich eine Halle und viel mehr Zeit als ich zu investieren bereit war.

Auf der Abenteuer Allrad stieß ich auf die Firma 4Wheel24, die ein schlüssiges Konzept anbietet.

Dabei handelt es sich um ehemalige Feuerwehr- oder THW-Fahrzeuge Iveco Magirus-Deutz 90-16 AW Turbo, die mit einem Leergewicht des Fahrgestells von 3,5 Tonnen perfekt geeignet sind. Einfach aufgebaut ohne Schnickschnack, kaum Elektronik aber schon mit Turboaufladung, die bergauf eine gewisse Mindestgeschwindigkeit verspricht.

Den Magirus-Deutz 90-16 kenne ich von meinen alten Freund Heinz, der auch eine Zeit lang Magirus-Deutz LKWs zum Expeditionsmobil umgebaut hat. Anfangs hatte mich allerdings das riesige Fahrerhaus und die Kistenform abgeschreckt. Aber wie meist im Leben kommt es auf die inneren Werte an.

Und diese sind optimal für die große Rundtour; Allradantrieb mit Untersetzung, Hinterachssperre und weltweit verbreitete robuste Technik.

Im Januar 2017 haben wir also den zweiten Schritt getan und einen alten Feuerwehr-Magirus-Deutz 90-16 erstanden, der nun auf sein zweites Leben vorbereitet wird.

Iveco Magirus-Deutz 90-16 als Basis für den Wohnmobil-Aufbau

Hier sieht der Magirus-Deutz 90-16 noch ziemlich traurig aus. Mit Feuerwehr-Ausrüstung und Patina.

Ich habe mich sofort mit Tobias Teichmann gut verstanden und ihm auch von meinen Plänen für den Wohnmobil-Selbstausbau Kurs erzählt.

Bei meinen Ausbauplänen war die ganze Erfahrung von 4Wheel24 gefragt. Es sollte eben mal wieder ein besonderes Expeditionsmobil werden. 😉

Mit dem Quad hinten drauf (der Plan für die Quad-Garage kam erst später) und einem ziemlich großen Koffer für diesen LKW und trotzdem unter 7,5 Tonnen zu bleiben. Das ist eine Herausforderung.

Daher hat meine WoMo Planung auch ziemlich viel Zeit und Grips gefordert. Pläne wurden gezeichnet, Grundriss für Grundriss und wieder verworfen. Endlich war der Plan für den Innenausbau fertig, mit Heckträger fürs Quad und ich besprach ihn mit Tobias von 4Wheel24.

Er nickte und meinte alles ist machbar, aber das Quad schien ihm Sorgen zu bereiten. Er zeigte mir ein Mini-Motorrad als Alternative. Das schien ihn mehr zu begeistern. – Mich nicht.

Ehrlich gesagt war mir das mit dem Heckträger am Wohnmobil auch nicht 100% ig geheuer. Der Hebelweg von der Hinterachse zu einem Heckträger ist schon verdammt lang.

Wieder zuhause kramte ich den Plan mit der Heckgarage heraus und überdachte alles noch Mal. Eine große Klappe hinten im Kofferaufbau wiegt deutlich weniger als ein Heckträger. Der Hebel ist viel kürzer, nur der Koffer muss entsprechend verstärkt werden.

Also Kommando zurück und alles noch Mal geändert. Das Bauchgefühl wurde damit auch gleich besser 😉

Die endgültige Skizze für unseren Magirus-Deutz 90-16 mit Wohnmobil Selbstausbau

Die endgültige Skizze für unseren Magirus-Deutz 90-16 mit Wohnmobil Selbstausbau

Die Schritte des Magirus-Deutz 90-16 Umbaus bei 4Wheel24 in meinem Reiseblog lesen.

Das Fahrzeug wurde von 4Wheel24 aufgearbeitet, umgebaut und lackiert. Danach konnte ich mit dem Innenausbau des Wohnmobils anfangen, den ich als Leitfaden hier im Videokurs zeige.

Aktuelle Infos findest Du auch auf Facebook oder meinem YouTube Kanal

Hier ein paar Fotos vom Verwindungstest mit Kofferaufbau und daheim.

  • Iveco Magirus Deutz 90-16 als selbstausgebautes Wohnmobil Expeditionsmobil
    Iveco Magirus Deutz 90-16 als Wohnmobil

Wohnmobil-Gewicht und ein paar Daten

Bei der Auslieferung hatte das angehende Expeditionsmobil ein Gewicht von 6.080 kg. Darin enthalten waren circa 150 Liter Diesel, alle Staukästen und Diesel-Tanks, so wie man auf den Fotos sieht.

Also kann man von einem Leergewicht des 90-16 von ca. 6.000 Kg inklusive Hilfsrahmen, Koffer (mit Fenstern, Abdeckungen und Klappen), Rädern Tanks und Staukasten ausgehen. Da ich Hutchinson-Alufelgen habe sind die Räder 25 Kg leichter als bei Stahlfelgen, also sollte man bei Verwendung von Stahlfelgen 100 Kg dazurechnen.

Der Koffer wog leer und mit nur der großen Klappe für die Quadgarage, also ohne Fenster, Stauraumklappen und Tür, 930 Kg.

So bleibt es eine sportliche Aufgabe mit dem Ausbau insgesamt unter 7.500 Kg zu bleiben.

Zumindest, solange nicht alle Tanks gefüllt sind. 😉

Resumee: Meine Erfahrungen mit 4Wheel24

Positiv war die technische Umsetzung mit viel Know-How wie man es von einem solchen Betrieb erwartet. Wir wurden gut beraten. Die Sache mit dem Heckträger hätte deutlicher ausgesprochen werden sollen, aber da ist ein Fahrzeugbauer wohl immer in der Zwickmühle zwischen Kundenwunsch und Haltbarkeit auf Pisten.

Die Arbeiten sind qualitativ hochwertig ausgeführt worden, lediglich die Lackierung hat an manchen Ecken Potential.

Weniger zu loben war der Informationsfluss in der Bauphase und die zeitweiligen Stillstände. So hat sich das Lieferdatum immer wieder verzögert und neun auf vierzehn Monate verlängert. Aber Tobias hat mir Besserung versprochen 😉

Hier kommt in Kürze ein Video über den Wohnmobil-Innen-Ausbau

Video Roomtour Wohnmobil-Selbstausbau

Fotoserie auf Tour in Rumänien

  • Schredder Rumänien Lac 3Ape Camp 2 (Magirus-Deutz 90-16 mit Wohnmobil Selbstausbau)
    Rumänien Camp am Lac 3Ape

Gewicht des ausgebauten Wohnmobils

Nach dem ich den Innenausbau fast fertig hatte, führ ich damit auf die Waage.
Im Tank ca. 200 l Diesel, 70 l Wasser, Werkzeug, 2 x 3m Sandblech, einen großen Teil des Reisegepäcks eingeladen und das Quad mit 230 Kg im Kofferraum.

Das Ergebnis war 7.600 Kg. Damit bin ich zufrieden, sind doch die meisten siebeneinhalb Tonner im Reisezustand deutlich schwerer.

1 Comment

Leave a Comment